Framer oder WordPress: die ehrliche Entscheidungsliste
Framer oder WordPress: Diese Entscheidung fällt in vielen Projekten früher, als dir lieb ist. Statt Feature-Tabellen bekommst du von mir eine Liste von Leitfragen. Geh sie ehrlich durch: Jedes «Ja» bei einer WordPress-Frage ist ein Argument für WordPress – und umgekehrt.
Redaktion, Wachstum und Inhalte
Zum Einstieg geht es um Menschen und Inhalte: Wer pflegt deine Website, und wohin entwickelt sie sich?
1. Werden mehrere Personen die Website redaktionell pflegen?
Sollen Kolleginnen oder Kollegen ohne technisches Vorwissen Inhalte aktualisieren, Beiträge freigeben oder Seiten anlegen? Dann ist die Antwort klar: WordPress. Die Redaktionslogik ist ausgereifter und für Teams besser geeignet. Deine Redaktion arbeitet damit selbstständig, ohne für jede Textänderung bei der Agentur anzuklopfen.
2. Soll die Website in den nächsten drei Jahren wesentlich wachsen?
Mehr Seiten, neue Sprachversionen, ein integrierter Shop, ein Kundenbereich: Steht davon etwas auf der Roadmap oder ist es auch nur wahrscheinlich? Dann WordPress. Framer kommt bei wachsenden Anforderungen schnell an strukturelle Grenzen.
3. Ist die Website mehrsprachig oder wird sie es werden?
Mehrsprachigkeit ist in WordPress mit bewährten Plugins wie WPML gut gelöst. In Framer ist sie möglich, aber aufwändiger und weniger flexibel. Meine klare Empfehlung lautet deshalb: WordPress.
4. Soll ein Shop integriert werden oder ist E-Commerce geplant?
WooCommerce ist tief in das WordPress-Ökosystem integriert und für die meisten mittelständischen Anwendungsfälle ausreichend. In Framer gibt es keine native Commerce-Lösung. Ist ein Shop geplant, führt der Weg deshalb zu WordPress.
Datenschutz, Integrationen und Design
Weiter geht es mit den Rahmenbedingungen: rechtliche Anforderungen, deine Systemlandschaft und die Frage, was deine Website vor allem leisten soll.
5. Hast du strenge Anforderungen an Datenschutz und Datensouveränität?
Framer ist ein US-amerikanischer Dienst. Brauchst du Kontrolle über Datenspeicherort und Infrastruktur, bist du mit WordPress auf eigenem Hosting besser aufgestellt: bevorzugt bei einem deutschen Anbieter.
6. Soll die Website an bestehende Systeme angebunden werden?
CRM, ERP, Buchungssystem, Newsletter-Tool: Für Integrationen dieser Art ist WordPress die flexiblere Plattform. Das Plugin-Ökosystem und die offene API-Architektur machen Anbindungen deutlich einfacher.
7. Steht Design und visuelle Wirkung klar im Vordergrund, und sind die Inhalte überschaubar?
Eine primär repräsentative Website mit Leistungen, Team, Referenzen und Kontakt, bei der Design das wichtigste Kriterium ist: Dafür ist Framer eine legitime Wahl und in der Umsetzung oft schneller. Das gehört für mich zur Ehrlichkeit dazu: Nicht jedes Projekt braucht ein ausgewachsenes CMS.
Unabhängigkeit und Langfristigkeit
Zum Schluss die strategischen Fragen: Hier entscheidet sich, wie frei du in ein paar Jahren noch bist.
8. Willst du langfristig unabhängig vom Dienstleister bleiben?
Mit WordPress gehören dir Code, Daten und Infrastruktur. Du kannst jederzeit den Hoster oder die Agentur wechseln. Bei Framer bist du an die Plattform gebunden: Eine Migration ist aufwändig.
9. Ist dir eine aktive Entwickler-Community und langfristiger Support wichtig?
WordPress hat das größte Ökosystem an Entwicklern, Agenturen und Supportanbietern weltweit. Expertise ist leicht zu finden, auch wenn ein Dienstleister einmal ausfällt. Bei Framer ist der Markt deutlich kleiner.
10. Ist die Website ein einmaliges Projekt oder ein langfristiges digitales Asset?
Begreifst du deine Website als strategisches Instrument, das wächst, integriert wird und redaktionell bespielt wird? Dann investiere in eine Plattform, die das von Anfang an vorsieht: Das ist WordPress. Brauchst du eine sauber gestaltete Visitenkarte im Web, die stabil bleibt und gut aussieht, fährst du mit Framer sehr gut.
Nächste Schritte
Du hast die Liste durchgearbeitet und das Ergebnis ist trotzdem nicht eindeutig? Das kommt vor: Viele Projekte liegen genau in der Mitte. Dann lass uns gemeinsam auf dein Vorhaben schauen. In einem unverbindlichen Erstgespräch sage ich dir ehrlich, welches System zu deinem Projekt passt – auch dann, wenn die Antwort Framer lautet.
