Me­du­sa vs Shop­i­fy Plus: die B2B-Rech­nung, die kein Ven­dor auf­macht

Shop­i­fy Plus ver­kauft Kom­fort und Time-to-Mar­ket, Me­du­sa ver­kauft Kon­trol­le. Der Un­ter­schied ent­schei­det sich nicht an der Fea­ture-Lis­te, son­dern an Trans­ak­ti­ons­ge­büh­ren, Lock-in und der Fra­ge, ob Sie Be­triebs­ver­ant­wor­tung tra­gen wol­len.
8 Min. LesezeitMatthias RadscheitMatthias Radscheit
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TL;DR

Medusa vs Shopify Plus ist keine Feature-Frage, sondern eine strategische. Shopify Plus liefert Tempo, Ökosystem und gepflegten Komfort gegen eine Grundgebühr plus umsatzabhängige Transaktionsgebühren und SaaS-Lock-in. Medusa ist Open Source, self-hostbar, mit voller Kontrolle über Datenmodell und Prozesse – dafür Eigenbau und Betriebsverantwortung. Wer keine Sonderprozesse hat, fährt mit Shopify pragmatischer.

  • Die Shopify-Plus-Grundgebühr (Stand Juli 2026 ab €2.250/Monat im Jahresvertrag) ist der sichtbare Teil; der unsichtbare sind Transaktionsgebühren und eine variable Plattformgebühr, die mit dem Umsatz steigen.
  • Ohne Shopify Payments zahlen Sie den Gebührensatz Ihres PSP plus 0,20 Prozent pro Transaktion an Shopify – der Posten, der auf keiner Verkaufsfolie steht.
  • Medusa erhebt als Open-Source-Software selbst keine Transaktions- oder Umsatzgebühr; es fallen nur Infrastruktur- und Payment-Provider-Kosten an, und die sinken über die Zeit statt zu steigen.
  • Medusas B2B-Starter ist Boilerplate zum Forken und Selbstpflegen, kein Managed-Feature – echtes Enterprise-Procurement (Punchout, cXML/OCI, Kostenstellen, Net-Terms) fehlt und muss gebaut werden.
  • Die Wahl ist strategisch: Kontrolle und Datensouveränität gegen Time-to-Market und ein Ökosystem, das man nicht nachbaut. Wer keine Sonderprozesse hat, überschätzt bei Medusa den Nutzen und unterschätzt die Integrationsarbeit.

Der Ver­gleich Me­du­sa ge­gen Shop­i­fy Plus wird fast im­mer als Fea­ture-Du­ell ge­führt, und fast im­mer falsch. Wer zwei Häk­chen-Lis­ten ne­ben­ein­an­der­legt, ver­wech­selt eine stra­te­gi­sche Ent­schei­dung mit ei­ner Be­schaf­fungs­übung.

Shop­i­fy Plus ist schnell, kom­for­ta­bel und ex­zel­lent ge­pflegt. Me­du­sa ist Open Source, self-host­bar und gibt Ih­nen die vol­le Kon­trol­le über Da­ten­mo­dell und Pro­zes­se. Bei­de Sät­ze sind wahr, und bei­de sa­gen we­nig über die ei­gent­li­che Fra­ge: Wol­len Sie Pro­zes­se mie­ten oder be­sit­zen, und tra­gen Sie die Be­triebs­ver­ant­wor­tung, die Be­sitz be­deu­tet? An die­ser Weg­ga­be­lung ent­schei­det sich der Fall – nicht an der Fra­ge, ob Platt­form A ein Fea­ture hat, das Platt­form B fehlt.

Me­du­sa vs Shop­i­fy Plus: War­um die Fea­ture-Lis­te die fal­sche Ach­se ist

Eine Fea­ture-Lis­te ver­gleicht zwei Din­ge, die ar­chi­tek­to­nisch nicht ver­gleich­bar sind. Shop­i­fy Plus ist eine ge­hos­te­te SaaS-Suite: Sie be­kom­men ein fer­ti­ges Pro­dukt, das ein US-An­bie­ter für Sie be­treibt, ak­tua­li­siert und ab­si­chert. Me­du­sa ist ein Bau­kas­ten aus ei­ner Rei­he ent­kop­pel­ter Com­mer­ce-Mo­du­le, den Sie selbst zu­sam­men­set­zen, de­ploy­en und pfle­gen. Das eine ist ein Auto mit Lea­sing­ver­trag, das an­de­re ein sehr gu­ter Bau­satz plus Werk­statt.

So­bald Sie das ak­zep­tie­ren, ver­schie­ben sich die re­le­van­ten Fra­gen weg vom Fea­ture-Set hin zu vier stra­te­gi­schen Ach­sen: Kos­ten­ver­lauf über die Zeit, Kon­trol­le über Pro­zes­se und Check­out, Da­ten­sou­ve­rä­ni­tät und Be­triebs­ver­ant­wor­tung. Ein Head­less-Com­mer­ce-An­satz wie Me­du­sa ge­winnt kei­ne die­ser Ach­sen au­to­ma­tisch. Er ver­schiebt sie nur in Ihre Hand – mit al­lem, was dar­an hängt. Wer die­se Ver­schie­bung nicht will, soll­te Shop­i­fy Plus neh­men und auf­hö­ren, sich über Lock-in zu be­schwe­ren, den er be­wusst ge­kauft hat.

Was kos­tet Shop­i­fy Plus wirk­lich – und was zeigt kei­ne Fo­lie?

Die Grund­ge­bühr steht of­fen auf der Preis­sei­te von Shop­i­fy: Stand Juli 2026 star­tet Plus bei €2.250 pro Mo­nat im Ein­jah­res­ver­trag, bei €2.100 pro Mo­nat im Drei­jah­res­ver­trag, je­weils als „Start­ing at". Das ist der plan­ba­re, ehr­li­che Teil. Der un­ehr­li­che Teil ist al­les, was mit dem Um­satz mit­wächst.

Ers­tens die Trans­ak­ti­ons­ge­büh­ren. Nut­zen Sie ei­nen Dritt­an­bie­ter-PSP als pri­mä­res Gate­way, zah­len Sie des­sen Ge­büh­ren *plus* 0,20 Pro­zent pro Trans­ak­ti­on an Shop­i­fy – laut Shop­i­fy für „se­cu­ri­ty and com­pli­ance cos­ts". Erst mit Shop­i­fy Pay­ments wer­den die­se Third-Par­ty-Fees glo­bal er­las­sen; dann grei­fen nur die län­der­ab­hän­gi­gen Kar­ten­ra­ten. Das ist ein sau­be­rer An­reiz, im Zah­lungs­öko­sys­tem des An­bie­ters zu blei­ben. Zwei­tens die „va­ria­ble plat­form fee for more com­plex busi­ness struc­tures", die Shop­i­fy um­satz­ab­hän­gig und ohne ver­öf­fent­lich­te Zahl nur über den Ver­trieb aus­rollt. Drit­tens die App-Kos­ten: Ein rei­fer Plus-Shop trägt sel­ten un­ter ei­nem Dut­zend kos­ten­pflich­ti­ger Apps, jede mit ei­ge­nem mo­nat­li­chen Pos­ten.

Der Punkt ist nicht, dass Shop­i­fy teu­er wäre. Der Punkt ist der Kos­ten­ver­lauf. Trans­ak­ti­ons­ge­büh­ren ska­lie­ren mit Ih­rem Er­folg. Je bes­ser der Shop läuft, des­to teu­rer wird die Platt­form – und die­ser Zu­sam­men­hang taucht auf kei­ner Ver­kaufs­fo­lie auf, weil er das Pro­dukt bei ge­nau den Kun­den ver­teu­ert, die am zu­frie­dens­ten sind.

Rech­net sich Me­du­sa da­ge­gen – und ab wann?

Me­du­sa er­hebt als Open-Source-Soft­ware un­ter MIT-Li­zenz selbst kei­ne Trans­ak­ti­ons- oder Um­satz­ge­bühr. Es fal­len nur In­fra­struk­tur- und Pay­ment-Pro­vi­der-Kos­ten an. Nut­zen Sie Stri­pe, zah­len Sie Stripes Kar­ten-Ge­büh­ren – aber kei­nen Auf­schlag an eine Com­mer­ce-Platt­form, die zwi­schen Ih­nen und Ih­rem Geld sitzt.

Die In­fra­struk­tur ist real und muss man ehr­lich be­zif­fern. Ein pro­duk­ti­ver Me­du­sa-Stack braucht zwin­gend Post­greS­QL und Re­dis, dazu zwei Be­triebs­mo­di (Ser­ver für API/Ad­min, Wor­ker für Back­ground-Jobs) und min­des­tens 2 GB RAM. Self-hos­ted auf Hetz­ner in Deutsch­land liegt der Ein­stieg bei etwa 20 bis 50 € pro Mo­nat, ein hoch­ver­füg­ba­res Set­up mit red­un­dan­ter, se­pa­ra­ter Da­ten­bank bei 150 bis 400 € pro Mo­nat. Die sau­be­re Erst­im­ple­men­tie­rung ei­nes self-hos­ted Stacks ver­an­schla­gen wir ein­ma­lig mit 5.000 bis 20.000 €, den lau­fen­den Be­trieb mit 2 bis 5 Stun­den im Mo­nat. Über drei Jah­re lan­det eine mit­tel­stän­di­sche App rea­lis­tisch bei 40.000 bis 80.000 € Ge­samt­bild. Die voll­stän­di­ge Rech­nung in­klu­si­ve Sou­ve­rä­ni­täts-Ar­gu­ment ha­ben wir im Hetz­ner-TCO-Ver­gleich durch­ge­zo­gen.

Die ent­schei­den­de Kur­ve ist die Rich­tung. Self-hos­ted Kos­ten sin­ken über die Zeit – die Hard­ware wird güns­ti­ger, der Be­trieb rou­ti­niert, die ein­ma­li­ge Im­ple­men­tie­rung ist ab­ge­schrie­ben. SaaS-Kos­ten stei­gen mit dem Um­satz, weil Trans­ak­ti­ons­ge­büh­ren und va­ria­ble Platt­form­ge­büh­ren am Wachs­tum hän­gen. Bei nied­ri­gem Um­satz ge­winnt Shop­i­fy die Rech­nung fast im­mer. Bei ho­hem Gross Mer­chan­di­se Va­lue, ei­nem Fremd-PSP oder meh­re­ren Ka­ta­log-Seg­men­ten kippt sie. Wo ge­nau der Break-even liegt, hängt an Ih­rem kon­kre­ten Vo­lu­men – aber dass die bei­den Kur­ven sich kreu­zen, ist kei­ne Mei­nung, son­dern eine Fol­ge der Preis­mo­del­le.

B2B: Was lie­fert Shop­i­fy, was fehlt Me­du­sa out of the box?

Hier wird der Ver­gleich in­ter­es­sant, weil bei­de Sei­ten gern über­trei­ben. Die alte Er­zäh­lung „B2B Com­mer­ce läuft bei Shop­i­fy nur auf Plus" ist seit April 2026 über­holt. Kern-B2B-Fea­tures – Com­pa­ny Pro­files, Net Pay­ment Terms (Net 7 bis 90), Vo­lu­me Pri­cing, hin­ter­leg­te Kre­dit­kar­ten und bis zu drei ak­ti­ve Ca­ta­logs – sind seit­dem auf al­len be­zahl­ten Plä­nen ver­füg­bar. Plus-ex­klu­siv blei­ben un­be­grenz­te Ca­ta­logs mit di­rek­ter Zu­wei­sung an ein­zel­ne Com­pa­ny-Lo­ca­ti­ons, Cus­to­mer De­po­sits, Par­ti­al Pay­ments und die er­wei­ter­te Check­out-An­pas­sung. Das ist so­li­de, ge­war­te­te B2B-Funk­tio­na­li­tät, um die Sie sich nicht küm­mern müs­sen.

Me­du­sas B2B-Sei­te ist der am häu­figs­ten miss­ver­stan­de­ne Teil des Ver­gleichs. Ja, es gibt Com­pa­ny- und Em­ployee-Ma­nage­ment, per-Mit­ar­bei­ter-Spen­ding-Li­mits mit Re­set-Fre­quen­zen, Ap­pr­oval-Work­flows auf Com­pa­ny- und Mer­chant-Ebe­ne, Quo­te-Ma­nage­ment mit Ver­hand­lung und Bulk-Add-to-Cart. Aber das steckt im B2B-Star­ter – und der ist aus­drück­lich Boi­ler­p­la­te „de­si­gned to be cus­to­mi­zed and ex­ten­ded", also Re­fe­renz­code zum For­ken und Selbst­pfle­gen. Die­se Fea­tures sind dort als Cus­tom Mo­du­le (com­pa­ny, quo­te, ap­pr­oval) im­ple­men­tiert, nicht aus dem Me­du­sa-Core be­zo­gen. Der Me­du­sa-Core selbst ent­hält kein Com­pa­ny-, Quo­te- oder Ap­pr­oval-Mo­dul.

Die­se Un­ter­schei­dung ist kein De­tail, son­dern der Kern der Sa­che. Ein Shop­i­fy-B2B-Fea­ture ist ein ge­war­te­tes SaaS-Fea­ture mit Road­map und Sup­port. Ein Me­du­sa-B2B-Fea­ture aus dem Star­ter ist Code, den *Sie* ab dem ers­ten git clo­ne be­sit­zen, patchen und ge­gen Me­du­sa-Up­dates ak­tu­ell hal­ten. Das ist ein Frei­heits­grad und eine Ver­pflich­tung in ei­nem.

Der un­be­que­me Punkt: Kon­trol­le ist nur wert, was Sie tra­gen kön­nen

Jetzt die Ehr­lich­keit, die im Pro-Open-Source-La­ger gern fehlt. Me­du­sas Kon­trol­le ist ge­nau so viel wert, wie Sie an Be­triebs­ver­ant­wor­tung und Ei­gen­bau tat­säch­lich stem­men – und kei­nen Euro mehr.

Zwei Gren­zen muss man klar be­nen­nen. Ers­tens: Shop­i­fys Öko­sys­tem baut man nicht nach. Der App-Store, die Pay­ment-In­te­gra­tio­nen, die Ful­fill­ment-An­bin­dun­gen, die The­mes – das ist die Sum­me von zehn­tau­sen­den Ent­wick­ler­jah­ren. Wer bei Me­du­sa die­sel­be Brei­te er­war­tet, un­ter­schätzt die In­te­gra­ti­ons­ar­beit dra­ma­tisch. Jede An­bin­dung, die bei Shop­i­fy ein Klick im App-Store ist, ist bei Me­du­sa ein Cus­tom Mo­du­le mit ei­ge­nem Le­bens­zy­klus.

Zwei­tens, und das ist die här­te­re Gren­ze: Auch Me­du­sas B2B-Star­ter ist *kein* En­ter­pri­se-Pro­cu­re­ment. Er lie­fert ein­fa­che Com­pa­ny-Ap­pr­ovals und Spen­ding-Li­mits – nicht mehr­stu­fi­ge Ap­pr­oval-Chains mit Kos­ten­stel­len-Lo­gik, kei­ne ech­ten ERP-Bud­gets, kein Pun­chout, kein cXML, kein OCI, kei­ne Re­qui­si­ti­on-to-PO, kei­ne Net-Terms-In­voi­cing mit ERP-Ab­gleich. Die­se Funk­tio­nen feh­len im Star­ter nach­weis­lich. Ech­tes En­ter­pri­se-Pro­cu­re­ment läuft über Pun­chout-Ka­ta­lo­ge, bei de­nen der Ein­käu­fer aus sei­nem SAP-, Ari­ba- oder Cou­pa-Sys­tem live in Ih­ren Shop springt und Re­qui­si­ti­on, Ap­pr­oval und Purcha­se Or­der im *Käu­fer­sys­tem* statt­fin­den. Das müs­sen Sie ser­ver­sei­tig selbst im­ple­men­tie­ren – war­um die­se Lü­cke bei an­spruchs­vol­len B2B-Fäl­len zählt, ha­ben wir se­pa­rat aus­ein­an­der­ge­nom­men: Me­du­sa hat kein schlüs­sel­fer­ti­ges Pro­cu­re­ment.

Wer die­se In­te­gra­ti­ons­ar­beit nicht ein­plant, kauft mit Me­du­sa eine Kon­trol­le, die er nicht aus­üben kann – und hät­te mit Shop­i­fy Plus schnel­ler, bil­li­ger und ru­hi­ger ge­schla­fen. Kon­trol­le ohne Um­set­zungs­ka­pa­zi­tät ist kein Vor­teil, son­dern eine of­fe­ne Rech­nung.

Der Lock-in, den Sie nicht am Da­ten­ex­port mes­sen

Ven­dor-Lock-in wird meist am Da­ten­ex­port fest­ge­macht – die fal­sche Stel­le. Bei Shop­i­fy sitzt der Lock-in im Check­out und im Be­triebs­mo­dell. Der Check­out ist eine kon­trol­lier­te Black­box: check­out.li­quid wird für die zen­tra­len Schrit­te nicht mehr un­ter­stützt, freie Li­quid-An­pas­sung und be­lie­bi­ges Ja­va­Script sind durch Check­out Ex­ten­si­bi­li­ty – UI Ex­ten­si­ons, Web Pi­xels, Func­tions – er­setzt. Auch auf Plus be­we­gen Sie sich in ei­ner Ex­ten­si­on-Sand­box, ohne Zu­griff auf den Check­out-Code selbst. Für 95 Pro­zent der Shops ist das kein Pro­blem. Für die 5 Pro­zent mit ech­tem Son­der­pro­zess ist es eine Wand.

Dazu kommt die Di­men­si­on, die deut­sche Ent­schei­der vor CFO und Vor­stand ver­ant­wor­ten müs­sen: Da­ten­sou­ve­rä­ni­tät. Shop­i­fy ist ein US-An­bie­ter, mit al­lem, was Dritt­staa­ten­trans­fer und CLOUD Act an DSGVO-Fra­gen auf­wer­fen. Bei self-hos­ted Me­du­sa lie­gen Be­stel­lun­gen und per­so­nen­be­zo­ge­ne Da­ten in Ih­rer ei­ge­nen Post­greS­QL-In­stanz, in ei­nem EU-Re­chen­zen­trum Ih­rer Wahl; Zah­lungs­da­ten blei­ben beim Pay­ment-Pro­vi­der mit ei­ge­nem Auf­trags­ver­ar­bei­tungs­ver­trag. Das ist kei­ne Rechts­aus­kunft, aber eine ar­chi­tek­to­ni­sche Tat­sa­che: Wo die Da­ten lie­gen, ist bei Me­du­sa Ihre Ent­schei­dung und bei Shop­i­fy nicht. Die stra­te­gi­sche Ge­samt­ein­ord­nung von Me­du­sa im Com­po­sable-Um­feld liegt auf un­se­rer Me­du­sa-Pil­lar­sei­te.

Was ich Ent­schei­dern rate

Ma­chen Sie den Ver­gleich nicht am Fea­ture-Set fest, son­dern an drei Fra­gen, die Sie vor dem Vor­stand oh­ne­hin be­ant­wor­ten müs­sen. Ha­ben Sie in­di­vi­du­el­le B2B- oder Be­schaf­fungs­pro­zes­se, die Shop­i­fys Check­out- und Ka­ta­log-Gren­zen spren­gen? Ist Da­ten­sou­ve­rä­ni­tät in Ih­rem Markt re­gu­la­to­risch oder po­li­tisch ein har­tes Kri­te­ri­um? Und ha­ben Sie – in­tern oder über ei­nen Part­ner – die Ka­pa­zi­tät, Be­triebs­ver­ant­wor­tung und In­te­gra­ti­ons­ar­beit dau­er­haft zu tra­gen?

Drei­mal Nein: Neh­men Sie Shop­i­fy Plus. Der Kom­fort, das Öko­sys­tem und die Time-to-Mar­ket sind real, und der Lock-in ist ein be­wusst ge­kauf­ter, fai­rer Preis da­für. Sich hin­ter­her über SaaS-Ab­hän­gig­keit zu be­kla­gen, wäre un­ehr­lich.

Drei­mal Ja: Dann ist Me­du­sa nicht die ris­kan­te, son­dern die an­schluss­fä­hi­ge Wahl. Sie zah­len mit Be­triebs­ver­ant­wor­tung und Ei­gen­bau, be­kom­men da­für aber sin­ken­de statt stei­gen­de Kos­ten, ein aus­tausch­ba­res Da­ten­mo­dell und Pro­zes­se, die Ih­nen ge­hö­ren. Was Sie in kei­nem Fall tun soll­ten: die Ent­schei­dung als rei­ne Kos­ten­fra­ge be­han­deln. Eine Tech­no­lo­gie­ent­schei­dung ist im­mer auch eine stra­te­gi­sche und macht­po­li­ti­sche. Wer nur die Grund­ge­bühr ver­gleicht, kauft die In­ter­es­sen sei­nes Dienst­leis­ters gleich mit ein – und merkt es erst, wenn die Trans­ak­ti­ons­ge­büh­ren mit dem Er­folg mit­wach­sen.

Häufige Fragen

Ist Medusa günstiger als Shopify Plus?
Nicht pauschal. Shopify Plus kostet eine planbare Grundgebühr (Stand Juli 2026 ab €2.250/Monat im Jahresvertrag) plus umsatzabhängige Transaktions- und Plattformgebühren, die mit dem Erfolg steigen. Medusa ist als MIT-Software gebührenfrei, verursacht aber Infrastruktur-, Entwicklungs- und Betriebskosten. Der Kostenvorteil von Medusa entsteht bei hohem Umsatz und/oder einem Fremd-PSP – nutzen Sie Shopify Payments, schrumpft der Gebührenvorteil von Medusa wieder.
Kann Medusa Enterprise-B2B-Procurement out of the box?
Nein. Der offizielle B2B-Starter liefert Company-Management, Spending Limits, einfache Approval-Workflows und Quote-Management – aber als Boilerplate zum Forken, nicht als gewartetes Produktfeature. Enterprise-Procurement wie Punchout, cXML/OCI-Kataloganbindung, Kostenstellen, ERP-Budgets oder Net-Terms-Invoicing fehlt nachweislich und muss selbst gebaut werden.
Wie schlimm ist der Vendor-Lock-in bei Shopify Plus wirklich?
Der Lock-in sitzt weniger im Datenexport als im Checkout und im Betriebsmodell. Der Shopify-Checkout ist eine kontrollierte Blackbox: freie Liquid-Anpassung und beliebiges JavaScript sind durch die Extension-Sandbox ersetzt. Sie mieten Prozesse, kein Eigentum. Das ist für Standardfälle bequem und für Sonderprozesse eine Grenze, die Sie nicht verschieben können.
Für wen ist Shopify Plus trotz allem die richtige Wahl?
Für Standard-B2C und -B2B ohne Dev-Team, mit Fokus auf schnellen Start und ein großes App-, Payment- und Fulfillment-Ökosystem. Time-to-Market und Betriebsentlastung schlagen Kontrolle, solange Sie keine individuellen Beschaffungs- oder Datenanforderungen haben, die die SaaS-Grenzen sprengen.

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