Me­du­sa Pro­cu­re­ment: kein schlüs­sel­fer­ti­ges Fea­ture – und ge­nau da fängt die Ar­beit an

Me­du­sa ist ein ex­zel­len­ter Com­mer­ce-Kern, aber ech­tes En­ter­pri­se-Pro­cu­re­ment be­kom­men Sie nicht out-of-the-box. Der b2b-star­ter ist Boi­ler­p­la­te, kein ge­pfleg­tes Pro­dukt. Was das für Ihre Be­schaf­fungs­pro­zes­se, Ih­ren Auf­wand und Ihre Make-or-Buy-Ent­schei­dung heißt.
7 Min. LesezeitMatthias RadscheitMatthias Radscheit
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TL;DR

Medusa liefert keinen schlüsselfertigen Procurement-Layer. Der b2b-starter deckt Company-Management, Spending Limits, Quotes und einfache Approval-Workflows ab – als forkbarer Referenzcode, nicht als gewartetes Produkt. Punchout, OCI, Kostenstellen, Requisition-to-PO und Net-Terms bauen Sie selbst. Das ist bewusste Architektur, kein Defizit – aber eine Aufwandsfrage, die Sie vor dem Projekt klären müssen.

  • Medusa Procurement im engeren Sinn (Punchout/OCI-Kataloge, Kostenstellen, Requisition-to-PO, ERP-Budgets, Net-Terms-Invoicing) ist nicht eingebaut – Sie bauen diesen Layer auf den Commerce-Kern.
  • Der Medusa b2b-starter ist Boilerplate zum Forken und Selbstpflegen (Company/Employee, Spending Limits, Quotes, einfache Approval-Workflows) – kein Managed-Feature und kein SaaS-Flag.
  • Company-, Quote- und Approval-Funktionen stammen aus Custom-Modulen im Starter, nicht aus dem Medusa-Core; der Core liefert das B2B-Fundament über Customer-Groups und Price-Lists.
  • Wer nur standardisiertes, reguliertes Standard-Procurement braucht, bekommt mit SAP Ariba, commercetools oder Shopify B2B mehr out-of-the-box und zahlt bei Medusa Eigenbau, den er nicht bräuchte.
  • Der Eigenbau lohnt genau dann, wenn Ihre Beschaffungslogik vom Standard abweicht – dann ist der austauschbare Kern ein Vorteil, kein Kostenpunkt.

Me­du­sa ist ein her­vor­ra­gen­der Com­mer­ce-Kern und lie­fert trotz­dem kein schlüs­sel­fer­ti­ges Pro­cu­re­ment. Wer bei­des in ei­nen Satz pa­cken kann, hat die Ar­chi­tek­tur ver­stan­den – und spart sich eine teu­re Ent­täu­schung im Pro­jekt.

Der Grund für die Ver­wir­rung hat ei­nen Na­men: den Me­du­sa b2b-star­ter. Er sieht aus wie ein B2B-Pro­dukt, lis­tet Com­pa­ny-Ma­nage­ment, Spen­ding Li­mits, Quo­tes und Ap­pr­oval-Work­flows, und ge­nau des­halb lan­den in Aus­schrei­bun­gen Sät­ze wie „Me­du­sa kann B2B-Be­schaf­fung". Kann es – im Sin­ne von „lässt sich dar­auf bau­en". Nicht im Sin­ne von „ist ein­ge­baut und wird für Sie ge­war­tet". Die­se Un­ter­schei­dung ist kei­ne Wort­klau­be­rei. Sie ent­schei­det über Auf­wand, War­tungs­last und dar­über, ob Ihr Busi­ness Case trägt.

Was heißt Me­du­sa Pro­cu­re­ment über­haupt – und was lie­fert der b2b-star­ter?

Re­den wir prä­zi­se, denn „B2B" und „Pro­cu­re­ment" wer­den im Ver­trieb gern syn­onym be­nutzt. B2B heißt: Fir­men­kun­den, Men­gen­prei­se, Kun­den­grup­pen, An­ge­bo­te. Pro­cu­re­ment heißt: die for­ma­li­sier­te Be­schaf­fung auf der Käu­fer­sei­te – Re­qui­si­ti­on, Frei­ga­be­ket­te, Be­stel­lung ge­gen Kos­ten­stel­le und Bud­get, Ab­gleich mit dem ERP. Das eine ist ein Ver­kaufs­mo­dell, das an­de­re ein re­gu­lier­ter Pro­zess. Me­du­sa deckt das ers­te Feld gut ab und das zwei­te gar nicht out-of-the-box.

Der ak­ti­ve Me­du­sa b2b-star­ter – in­zwi­schen un­ter dem Pfad git­hub.com/me­du­sa­js/b2b-star­ter, das alte Repo b2b-star­ter-me­du­sa ist ar­chi­viert – lie­fert eine so­li­de Grund­aus­stat­tung. Com­pa­ny- und Em­ployee-Ma­nage­ment (Fir­men an­le­gen, Mit­ar­bei­ter ein­la­den, Rol­len zu­wei­sen), per-Mit­ar­bei­ter Spen­ding Li­mits mit kon­fi­gu­rier­ba­ren Re­set-Fre­quen­zen, Ap­pr­oval-Work­flows auf Com­pa­ny- und Mer­chant-Ebe­ne vor der Be­stel­lung, Quo­te-Ma­nage­ment mit Ver­hand­lungs-Mes­sa­ging, nach­träg­li­che Or­der-Edits, Bulk-Add-to-Cart und Pro­mo­ti­ons. Dazu die vol­le Com­mer­ce-Ba­sis: Pro­duk­te, Coll­ec­tions, Cart, Check­out, Or­der-Histo­ry. Das ist mehr, als vie­le er­war­ten – und es ist ein gu­ter Start­punkt.

Der ent­schei­den­de Punkt steht im Repo selbst: Der Star­ter ist „de­si­gned to be cus­to­mi­zed and ex­ten­ded", MIT-li­zen­ziert, na­he­zu voll­stän­dig in Type­Script. Über­setzt: fork­ba­rer Re­fe­renz­code, den Sie selbst pfle­gen. Kein Fea­ture-Flag in ei­ner SaaS-Kon­so­le, kein Mo­dul, das Me­du­sa für Sie ak­tu­ell hält. Wenn mor­gen ein Se­cu­ri­ty-Fix an­steht oder Sie auf eine neue Me­du­sa-Ver­si­on wol­len, ist das Ihr Mer­ge, Ihre Re­gres­si­on, Ihr Test. Für wen Me­du­sa als Platt­form grund­sätz­lich passt, habe ich an an­de­rer Stel­le sor­tiert – sie­he Head­less Com­mer­ce mit Me­du­sa.js: für wen?.

War­um die Be­schaf­fungs­lo­gik nicht im Core steckt

Man könn­te mei­nen, die B2B-Bau­stei­ne kä­men aus dem Me­du­sa-Core. Tun sie nicht. Der Core ent­hält we­der ein Com­pa­ny- noch ein Quo­te- noch ein Ap­pr­oval-Mo­dul. Die of­fi­zi­el­le Com­mer­ce-Mo­du­les-Do­ku­men­ta­ti­on lis­tet als Core-Mo­du­le un­ter an­de­rem Cart, Cus­to­mer, Or­der, Pay­ment, Pri­cing, Pro­duct, Pro­mo­ti­on, Re­gi­on, Tax – aber nichts, was nach Fir­men­hier­ar­chie oder Frei­ga­be­ket­te aus­sieht (docs.me­du­sa­js.com/re­sour­ces/com­mer­ce-mo­du­les).

Das B2B-Fun­da­ment aus dem Core ist be­wusst schlan­ker: Das Cus­to­mer-Mo­dul un­ter­stützt B2B-Ac­counts und Cus­to­mer-Groups mit Spe­zi­al­prei­sen, Pri­cing/Pri­ce-Lists und Pro­mo­ti­ons sind eben­falls Core. Al­les, was dar­über hin­aus­geht – Com­pa­ny, Quo­te, Ap­pr­oval – im­ple­men­tiert der b2b-star­ter als ei­ge­ne Cus­tom-Mo­du­le im Star­ter-Code. Auch Quo­te-Ma­nage­ment do­ku­men­tiert Me­du­sa selbst nur als How-to-Gui­de („Im­ple­ment Quo­te Ma­nage­ment in Me­du­sa"), also als Re­fe­renz­im­ple­men­tie­rung, nicht als Core-Fea­ture.

Das ist kei­ne Nach­läs­sig­keit, son­dern die Kon­se­quenz aus Me­du­sas Ar­chi­tek­tur. Ein Mo­dul ist ein iso­lier­tes, wie­der­ver­wend­ba­res Pa­ket für eine Do­mä­ne; Mo­du­le Links ver­bin­den Da­ten­mo­del­le über Mo­dul­gren­zen, ohne die Iso­la­ti­on zu bre­chen; Work­flows or­ches­trie­ren mehr­stu­fi­ge Pro­zes­se mit ein­ge­bau­tem Roll­back. Ge­nau die­ser Bau­kas­ten ist ge­macht, um Do­mä­nen wie Pro­cu­re­ment sau­ber an­zu­do­cken – nicht, um sie vor­zu­ge­ben. Wer Me­du­sa als Gan­zes ein­ord­nen will, fin­det die Über­sicht auf un­se­rer Me­du­sa-Pil­lar­sei­te.

Pun­chout, OCI, Kos­ten­stel­len: die rea­le Pro­cu­re­ment-Lü­cke

Jetzt zum un­be­que­men Teil der Fak­ten­la­ge. Der b2b-star­ter ent­hält kei­ne schlüs­sel­fer­ti­gen En­ter­pri­se-Pro­cu­re­ment-Funk­tio­nen. Kein Pun­chout, kein cXML, kein OCI, kei­ne Re­qui­si­ti­on-to-PO, kei­ne Kos­ten­stel­len, kei­ne ech­ten ERP-Bud­gets, kei­ne Net-Terms mit Rech­nungs­kauf-In­voi­cing, kei­nen ERP-Be­stell­ab­gleich. Die­se Be­grif­fe feh­len nach­weis­lich in der Fea­ture-Lis­te. Was der Star­ter lie­fert, sind ein­fa­che Com­pa­ny-Ap­pr­ovals und per-Mit­ar­bei­ter-Spen­ding-Li­mits – nicht mehr­stu­fi­ge Frei­ga­be­ket­ten mit Kos­ten­stel­len- und Bud­get-Lo­gik und nicht die An­bin­dung an ein ex­ter­nes ePro­cu­re­ment-Sys­tem.

War­um zählt das? Weil ech­tes En­ter­pri­se-Pro­cu­re­ment gar nicht pri­mär in Ih­rem Shop statt­fin­det. Der Ein­käu­fer sitzt in sei­nem ePro­cu­re­ment- oder ERP-Sys­tem – Ari­ba, Cou­pa, Jag­gaer, SAP – und „puncht" von dort live in Ih­ren Lie­fe­ran­ten-Shop, sieht sei­ne kun­den­spe­zi­fi­schen Prei­se und Be­stän­de, füllt ei­nen Wa­ren­korb und schickt ihn zu­rück. Re­qui­si­ti­on, Frei­ga­be und die ei­gent­li­che Purcha­se Or­der lau­fen im Käu­fer­sys­tem, nicht bei Ih­nen (trade­cen­tric.com). Ihr Shop muss da­für ser­ver­sei­tig zwei Pro­to­kol­le spre­chen: cXML (1999 von Ari­ba ge­schaf­fen, heu­te bei SAP, do­mi­nant in Nord­ame­ri­ka) und OCI (Open Ca­ta­log In­ter­face, ur­sprüng­lich SAP, der De-fac­to-Stan­dard für ERP-ge­trie­be­ne Be­schaf­fung im DACH-Raum).

Das ist der Kern des Pun­chout-OCI-The­mas: Ein en­ter­pri­se-fä­hi­ger Ka­ta­log im­ple­men­tiert bei­de Pro­to­kol­le, und kei­nes da­von bringt Me­du­sa mit. Dazu kommt der Zah­lungs­teil. Me­du­sa lie­fert nur ei­nen ma­nu­el­len „sys­tem"-Pay­ment-Pro­vi­der – ei­nen Platz­hal­ter für Über­wei­sung oder Rech­nung ohne Ab­wick­lungs­lo­gik. Net-Terms mit ERP-In­voi­cing nennt Me­du­sa aus­drück­lich als Bei­spiel für ei­nen Cus­tom Pay­ment Pro­vi­der, den Sie über Abs­tract­Pay­ment­Pro­vi­der selbst bau­en. Nichts da­von ist ver­steckt oder un­do­ku­men­tiert. Me­du­sa po­si­tio­niert die­se En­ter­pri­se-Fä­hig­kei­ten of­fen als Bau­kas­ten zum Selbst­bau­en. Man muss die Doku nur le­sen, be­vor man die Road­map plant.

Was der Ei­gen­bau kos­tet – und wann er sich rech­net

Rech­nen wir ehr­lich, denn „Open Source" heißt nicht „kos­ten­los". Kos­ten­los ist die MIT-Soft­ware, nicht der Be­trieb und nicht die Ent­wick­lung. Ein Pro­duk­tiv-Stack braucht zwin­gend Post­greS­QL und Re­dis, läuft in zwei Modi – Ser­ver für API/Ad­min, Wor­ker für Back­ground-Jobs – und will min­des­tens 2 GB RAM und Node 20+. Self-hos­ted auf Hetz­ner, DSGVO-kon­form in Deutsch­land, ist das im Ein­stieg mit 20–50 €/Mo­nat mach­bar, hoch­ver­füg­bar mit se­pa­ra­ter DB eher 150–400 €/Mo­nat. Die­se lau­fen­den Kos­ten sin­ken ten­den­zi­ell über die Zeit – an­ders als bei SaaS, wo Trans­ak­ti­ons­ge­büh­ren mit dem Um­satz mit­wach­sen.

Der Bro­cken ist nicht das Hos­ting, son­dern der Pro­cu­re­ment-Lay­er selbst. Eine sau­be­re Erst­im­ple­men­tie­rung ei­nes self-hos­ted Me­du­sa-Stacks liegt ein­ma­lig bei 5.000–20.000 €; der Pun­chout-/OCI-/ERP-Lay­er kommt oben­drauf und ist die ei­gent­li­che In­ge­nieurs­ar­beit. Über drei Jah­re lan­det eine mit­tel­stän­di­sche Me­du­sa-An­wen­dung grob bei 40.000–80.000 € Ge­samt­bild – ohne die bran­chen­spe­zi­fi­sche Be­schaf­fungs­lo­gik, die je nach ERP-Land­schaft deut­lich zu Bu­che schlägt. Die­se Zah­len sind Er­fah­rungs­wer­te, kei­ne Preis­lis­te; die ge­naue Höhe hängt an Ih­rer In­te­gra­ti­ons­tie­fe. Wer die Ge­samt­rech­nung ge­gen SaaS füh­ren will, fin­det die Sys­te­ma­tik in un­se­rem Ver­gleich Me­du­sa vs. Shop­i­fy Plus.

Die Fra­ge ist also nicht „teu­er oder bil­lig", son­dern Make-or-Buy. Sie kau­fen mit dem Ei­gen­bau Kon­trol­le über Da­ten­mo­dell, Frei­ga­be­lo­gik und ERP-An­bin­dung – und die Be­triebs­ver­ant­wor­tung gleich mit. Bei ei­nem Shop, des­sen Aus­fall di­rekt Um­satz kos­tet, ist das eine rea­le Ven­dor-Risk- und Re­si­li­enz-Ab­wä­gung, kein Bauch­ge­fühl.

Der un­be­que­me Punkt: nicht je­der braucht die­sen Lay­er

Jetzt die The­se, die mein ei­ge­nes Ar­gu­ment kom­pli­ziert. Der b2b-star­ter er­weckt den Ein­druck „B2B re­a­dy", und wer ihn als fer­ti­ges Pro­dukt in den Pro­jekt­plan schreibt, un­ter­schätzt Auf­wand und War­tung sys­te­ma­tisch. Das ist die eine Fal­le. Die an­de­re ist die spie­gel­bild­li­che: nicht je­des Un­ter­neh­men braucht über­haupt ei­nen ei­ge­nen Pro­cu­re­ment-Lay­er.

Wenn Ihre Be­schaf­fungs­pro­zes­se stan­dar­di­siert und re­gu­liert dem Markt­stan­dard fol­gen – klas­si­sche Frei­ga­be­stu­fen, gän­gi­ge Pun­chout-An­bin­dung, Net-30-Rech­nungs­kauf, kei­ne Son­der­lo­cken – dann be­kom­men Sie mit SAP Ari­ba, com­merce­tools B2B oder Shop­i­fy B2B schlicht mehr out-of-the-box. Shop­i­fy hat sein B2B-An­ge­bot zu­letzt über die Plus-Stu­fe hin­aus ge­öff­net: Com­pa­ny Pro­files, Net Terms, Vo­lu­me Pri­cing und meh­re­re Ka­ta­lo­ge sind nicht mehr aus­schließ­lich der Plus-Stu­fe vor­be­hal­ten. Wer nur Stan­dard braucht, zahlt bei Me­du­sa ei­nen Ei­gen­bau, den er nicht bräuch­te – und trägt da­nach des­sen War­tung.

Das ist kein Ar­gu­ment ge­gen Me­du­sa. Es ist ein Ar­gu­ment für eine ehr­li­che An­for­de­rungs­ana­ly­se vor der Tool­wahl. Der Bruch ver­läuft ent­lang ei­ner ein­zi­gen Li­nie: Weicht Ihre Pro­cu­re­ment-Lo­gik vom Stan­dard ab? Ha­ben Sie meh­re­re Ka­ta­log­seg­men­te, kun­den­in­di­vi­du­el­le Frei­ga­be­ket­ten, eine ERP-Land­schaft, die kei­ne Stan­dard-Suite sau­ber ab­bil­det, oder re­gu­la­to­ri­sche An­for­de­run­gen an Da­ten-Ow­ner­ship? Dann wird der aus­tausch­ba­re Kern vom Kos­ten­punkt zum Vor­teil. Ge­nau an die­ser Gren­ze ent­schei­det sich auch die grö­ße­re Fra­ge, ob Me­du­sa Ihr SAP Com­mer­ce ab­lö­sen kann.

Was ich Ent­schei­dern rate

Be­han­deln Sie die feh­len­de Pro­cu­re­ment-Schlüs­sel­fer­tig­keit nicht als Bug, son­dern als De­sign­ent­schei­dung – und prü­fen Sie, ob die­se Ent­schei­dung zu Ih­rer passt. Der Me­du­sa-Core ist als D2C/B2C-Com­mer­ce-Fun­da­ment ex­zel­lent, und der b2b-star­ter gibt Ih­nen ei­nen ehr­li­chen Vor­sprung bei Com­pa­ny-Ma­nage­ment, Spen­ding Li­mits, Quo­tes und ein­fa­chen Ap­pr­oval-Work­flows. Aber schrei­ben Sie „Pun­chout", „OCI", „Kos­ten­stel­len" oder „Net-Terms" in eine An­for­de­rung, dann pla­nen Sie Ei­gen­bau ein – mit Bud­get, Time­line und ei­nem Team, das Post­greS­QL, Re­dis, Node und die Me­du­sa-Mo­dul­welt be­herrscht.

Die Ent­schei­dung ist am Ende kei­ne tech­ni­sche, son­dern eine stra­te­gi­sche: Wol­len Sie Ihre Be­schaf­fungs­lo­gik dem Stan­dard ei­nes An­bie­ters un­ter­ord­nen und da­für schnell live ge­hen – oder ist ge­nau die­se Lo­gik Ihr Dif­fe­ren­zie­rungs­merk­mal, das kei­nen Ven­dor-Lock-in ver­trägt? Für den ers­ten Fall gibt es die Sui­ten. Für den zwei­ten ist Me­du­sa der rich­ti­ge Kern, weil Sie den Pro­cu­re­ment-Lay­er bau­en, der zu Ih­rem Ope­ra­ting Mo­del passt, statt Ihr Mo­dell ei­ner Suite an­zu­pas­sen.

Die­sen Lay­er – Pun­chout/OCI-An­bin­dung, Kos­ten­stel­len- und Bud­get-Lo­gik, ERP-Ab­gleich, Net-Terms-In­voi­cing auf ei­nem sau­be­ren Me­du­sa-Kern – bau­en wir bei hap­py­co­ding. Nicht, weil Me­du­sa et­was „fehlt", son­dern weil es der Kern ist, an den man ge­nau das an­dockt. Wer das ver­steht, kauft kein halb­fer­ti­ges Pro­dukt, son­dern ein Fun­da­ment mit kla­rer Bau­kan­te.

Häufige Fragen

Hat Medusa ein eingebautes Procurement-Modul?
Nein. Der Medusa-Core enthält kein Company-, Quote- oder Approval-Modul und keinen Procurement-Layer. Das Fundament liefert der Core über das Customer-Modul (B2B-Accounts, Customer-Groups mit Spezialpreisen) sowie Pricing/Price-Lists und Promotions. Die B2B-Bausteine wie Company-Management, Spending Limits und Approvals stammen aus dem b2b-starter, der sie als Custom-Module implementiert.
Ist der Medusa b2b-starter ein fertiges Produkt?
Nein. Der aktive Starter unter github.com/medusajs/b2b-starter beschreibt sich selbst als offizieller B2B-Starter, der 'designed to be customized and extended' ist – also Referenzcode zum Forken und Selbstpflegen unter MIT-Lizenz. Er wird nicht als Managed-Feature von Medusa gewartet. Wer ihn als schlüsselfertiges Produkt einplant, unterschätzt Aufwand und Wartung.
Was fehlt Medusa für echtes Enterprise-Procurement?
Punchout-Kataloge (cXML/OCI), Kostenstellen, mehrstufige Requisition-to-PO-Chains mit Budget-Logik, ERP-Bestellabgleich und Net-Terms-Rechnungskauf-Invoicing. Diese Begriffe fehlen nachweislich in der Feature-Liste des Starters. Medusa liefert nur einen manuellen Payment-Provider; ERP-basiertes Invoicing bauen Sie über einen Custom Payment Provider selbst.
Wann ist Medusa für B2B-Procurement die falsche Wahl?
Wenn Ihre Beschaffung standardisiert und reguliert dem Marktstandard folgt. Dann bekommen Sie mit SAP Ariba, commercetools B2B oder Shopify B2B mehr out-of-the-box und zahlen bei Medusa Eigenbau, den Sie nicht bräuchten. Medusa lohnt, sobald Ihre Procurement-Logik vom Standard abweicht und der austauschbare Kern zum Vorteil wird.

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