Wenn Excel für Produktdaten nicht mehr reicht
Produktdaten zu verwalten klingt erst einmal einfach. Doch sobald du sie regelmäßig aktualisierst, in mehreren Sprachen pflegst und über verschiedene Kanäle ausspielst, stoßen Excel-Tabellen, veraltete CMS-Systeme oder unflexible SaaS-Lösungen schnell an ihre Grenzen.
Ein Product Information Management System (PIM) löst genau dieses Problem. Mit Directus hast du ein Werkzeug, mit dem du ein PIM vollständig individuell und datensouverän umsetzt. Ich zeige dir in dieser Anleitung Schritt für Schritt, wie das funktioniert.
Warum Directus als Grundlage für ein PIM taugt
Directus unterscheidet sich grundlegend von klassischen PIM-Tools: Es ist kein vorkonfiguriertes System, sondern eine modulare Datenplattform, die direkt mit deiner SQL-Datenbank arbeitet. Das bringt dir eine Reihe strategischer Vorteile:
- Volle Anpassbarkeit: Datenmodell und Benutzeroberfläche richtest du komplett nach deinen Anforderungen ein
- Keine Lizenzkosten, kein Vendor-Lock-in
- REST- und GraphQL-API: deine Produktdaten stehen per Schnittstelle zur Verfügung
- Self-Hosting möglich: für maximale Kontrolle über deine Daten
- Passt in heterogene IT-Landschaften und arbeitet mit bestehenden Datenbanken
Die Kombination aus Flexibilität, technischer Offenheit und Bedienbarkeit macht Directus zur idealen Plattform für den Mittelstand: mehr Kontrolle über die eigenen Produktdaten, ohne von teuren PIM-Suiten abhängig zu sein.
Typische Einsatzszenarien
Ein PIM mit Directus passt besonders gut, wenn du dich in einem dieser Szenarien wiederfindest:
- Hersteller mit vielen Varianten oder konfigurierbaren Produkten
- Mehrsprachige Kataloge und internationale Märkte
- Marketingteams, die kanalübergreifend mit konsistenten Produktdaten arbeiten
- Unternehmen, die ERP-, Shop- oder CRM-Systeme anbinden müssen
Findest du dein Unternehmen hier wieder? Dann lohnt sich ein Blick auf die folgenden sieben Schritte.
Schritt für Schritt: So entsteht dein PIM mit Directus
1. Datenstruktur planen
Bevor du Directus installierst, strukturierst du deine Produktdaten fachlich. Drei Leitfragen helfen dabei: Welche Informationen willst du pflegen? Welche Beziehungen bestehen zwischen den Entitäten? Und welche Felder brauchen Pflichtvalidierung oder Mehrsprachigkeit?
So könnten deine Tabellen und Felder aussehen:
| Entität | Relevante Felder |
|---|---|
| Produkt | Name, Beschreibung, SKU, Preis, Bilder, Varianten, Kategorie |
| Kategorie | Name, Beschreibung, Slug |
| Marke | Name, Logo, Website |
| Attribut | Typ (z. B. Farbe, Größe), Optionswerte |
| Medien | Dateipfad, Alt-Text, Lizenz, zugewiesene Produkte |
Diese Struktur bildest du später 1:1 in Directus als Datenbankmodell ab.
2. Directus einrichten
Directus installierst du lokal oder in der Cloud. Die offizielle Dokumentation führt dich vollständig durch die Installation: Directus Installation Guide
Die wichtigsten Konfigurationsschritte:
- Anbindung an eine SQL-Datenbank, zum Beispiel PostgreSQL oder MySQL
- Anlegen von Benutzerrollen, etwa Redaktion und Produktmanagement
- Grundkonfiguration des Interfaces und der Zugriffsebenen
3. Datenmodell im Interface abbilden
Mit dem integrierten Schema-Editor setzt du die geplanten Entitäten und Felder direkt im Admin-Interface von Directus um. Über Relationen verknüpfst du zum Beispiel Produkte mit Kategorien oder Attributgruppen.
Diese Feldtypen sind im PIM-Kontext wichtig:
- Textfelder für Namen, Bezeichnungen und Schlagworte
- Relationen für Verknüpfungen, etwa Produkt zu Kategorie
- Medienfelder für Bilder, PDFs und technische Datenblätter
- Mehrsprachige Felder per Lokalisierung oder separate Tabellen
- Zahlen und Auswahllisten für Preisangaben, Maßeinheiten und Ähnliches
4. Benutzerrollen und Workflows einrichten
An der Produktpflege sind meist mehrere Abteilungen beteiligt. In Directus vergibst du deshalb individuelle Berechtigungen: bis hinunter auf Feldebene.
Ein Beispiel für die Rollenverteilung:
| Rolle | Berechtigung |
|---|---|
| Marketing | Texte, Bilder und SEO-Inhalte bearbeiten |
| Produktmanagement | Preise, Varianten und Verfügbarkeit pflegen |
| Technik | Datenmodell erweitern, API konfigurieren |
| Externe Partner | Nur Leserechte für bestimmte Datensätze |
Darüber hinaus definierst du im Admin-Interface eigene Ansichten, zum Beispiel eine reduzierte Produktansicht für externe Dienstleister.
5. Produktdaten erfassen oder importieren
Kleinere Datenmengen pflegst du direkt im Backend. Bei größeren Katalogen empfiehlt sich ein strukturierter Import: per CSV-Datei, per SQL-Migration oder über die API.
Auch eine schrittweise Migration aus Excel-Dateien oder bestehenden PIM-Lösungen ist möglich.
6. API für externe Systeme nutzen
Sobald dein Datenmodell steht, generiert Directus automatisch eine REST- und GraphQL-API. Darüber rufst du Produktdaten ab und aktualisierst sie.
Typische Nutzungsszenarien:
| System | API-Zugriff auf PIM-Daten |
|---|---|
| Onlineshop | Produkttitel, Preise, Bilder, Varianten |
| Print-Kataloge | Export von Produktdaten für automatisiertes Layout |
| Marktplätze | Synchronisierung mit Distributoren oder POS |
| Mobile Apps | Produktansichten in Echtzeit |
Die APIs lassen sich mit Authentifizierung, Filterfunktionen und Caching kombinieren: auch für große Datenmengen.
7. Erweiterungen und Custom Features
Reicht dir der Standard nicht, erweiterst du Directus über sogenannte Extensions:
- Custom Hooks: zum Beispiel Validierung beim Speichern bestimmter Felder
- Eigene Endpoints: für individuelle Integrationen oder Exportformate
- Interfaces: etwa für Tabellenansichten, Vorschau-Funktionen oder Drag-and-Drop
So entsteht eine Lösung, die vollständig auf dein Unternehmen zugeschnitten ist: ohne Kompromisse beim Funktionsumfang.
Was dein Unternehmen davon hat
Ein PIM-System auf Basis von Directus verschafft dir:
- Mehr Konsistenz und Qualität in der Produktkommunikation
- Weniger Medienbrüche und manuelle Datenpflege
- Bessere Zusammenarbeit zwischen Marketing, Technik und Vertrieb
- Geringere Abhängigkeit von Drittanbietern und Lizenzmodellen
- Höhere Geschwindigkeit bei Markteinführungen und Sortimentsänderungen
Besonders wenn deine bestehenden Systeme nicht mehr mitwachsen oder sich die Anforderungen an Datenpflege und -ausgabe vervielfachen, ist Directus eine solide, moderne und kontrollierbare Lösung.
Ergänzender Hinweis: Inhalte vs. Produktdaten
Directus ist als datenbanknahes System ideal für Produktinformationen. Für redaktionelle Inhalte, Websites oder Landingpages empfehlen wir zusätzlich ein spezialisiertes Headless CMS wie Sanity.
Sanity bietet optimale Voraussetzungen für mehrsprachigen Content, Vorschau-Funktionen und KI-gestützte Redaktionsprozesse. Mehr dazu erfährst du auf unserer Seite: Directus-Agentur happycoding
Bevor du baust: Der PIM-System-Guide klärt, welche Funktionen du wirklich brauchst.
Nächste Schritte
Du willst ein PIM aufbauen oder ein bestehendes System ablösen? Wir unterstützen dich mit Konzeption, Umsetzung und Systemintegration. Vereinbare ein unverbindliches Erstgespräch mit mir: Ich zeige dir, wie ein PIM mit Directus in deinem Unternehmen aussehen kann.

