Website-Relaunch-Agentur: Die Redirect-Map steht im Vertrag, nicht in der Nachsorge

Ein Relaunch ist kein Neubau mit Rabatt. Er ist ein Neubau plus Umzug: vorhandene URLs, vorhandene Rankings, vorhandene Inhalte, vorhandene Nutzer. Diese Bestandsarbeit ist der Teil, den Angebote gern unterschlagen, und der Teil, an dem Relaunches scheitern. Als Relaunch-Agentur aus Berlin schreiben wir sie in den Vertrag: URL-Inventar, Redirect-Map mit Abnahme vor dem Go-Live, Sichtbarkeits-Baseline mit Stichtag, feste Messpunkte danach. Die Preisrahmen stehen offen auf dieser Seite, gestaffelt nach Relaunch-Typ.

Ihre alte Website ist nicht wertlos. Sie trägt Rankings, Backlinks und interne Verlinkung, die über Jahre entstanden sind — Vermögen, das in keiner Bilanz steht und in der Nacht des Go-Live verloren gehen kann. Deshalb beginnt ein Relaunch bei uns nicht mit Design, sondern mit einer Inventur des Bestands: wie viele URLs es gibt, welche davon ranken, welche extern verlinkt sind und welche seit Jahren niemand mehr verantwortet.

Wann ein Relaunch die falsche Entscheidung ist: Machen Sie den Test, bevor Sie ausschreiben. Finden Ihre Kunden im Menü in unter drei Klicks, was sie suchen? Ranken Ihre wichtigsten Seiten noch auf ihren Zielbegriffen? Kann Ihre Redaktion eine neue Seite ohne Agentur anlegen? Zwingt Sie kein Support-Ende und kein Sicherheitsproblem zum Systemwechsel? Vier Mal Ja heißt: Sie haben ein Inhalts-, Template- oder Ladezeitproblem, kein Strukturproblem. Dann kaufen Sie sich mit einem Relaunch ein Risiko, das Sie nicht brauchen — und Iteration am Bestand liefert dieselbe Wirkung schneller, messbar pro Änderung und ohne Migrationsrisiko. Wir sagen Ihnen das im Erstgespräch, auch wenn ein Retainer weniger Umsatz bringt als ein Projekt.

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Drei Begriffe entscheiden darüber, ob Sie zwei Relaunch-Angebote überhaupt vergleichen können. Sie tauchen in den meisten Angeboten nicht auf — und das ist kein Zufall, sondern der Grund, warum Angebote für dasselbe Projekt um den Faktor fünf auseinanderliegen.

Definition

Website-Relaunch
Ablösung eines bestehenden Web-Angebots durch ein neues. Der Unterschied zum Neubau ist der Bestand: vorhandene URLs, vorhandene Rankings, vorhandene Backlinks, vorhandene Inhalte, vorhandene Redaktionsprozesse und vorhandene Nutzer, die Lesezeichen gesetzt haben. Daraus entsteht die Arbeit, die einen Relaunch von einem Neubau unterscheidet. Der Begriff meint dabei vier verschiedene Projekte mit sehr verschiedenem Risiko: Iteration am Bestand, Redesign auf gleicher URL-Struktur, Vollmigration mit neuer Struktur und Domain-Wechsel. Wer diese vier nicht trennt, kann weder Aufwand noch Risiko seriös beziffern.

Definition

Redirect-Map
Vollständige 1:1-Zuordnung jeder alten URL zu ihrem neuen Ziel, serverseitig als permanente Weiterleitung mit Statuscode 301 ausgeliefert, ohne Ketten und ohne Sammelweiterleitung auf die Startseite. Grundlage ist ein URL-Inventar aus Crawl, Google Search Console und Server-Logfiles — nicht die Sitemap des Altsystems, die regelmäßig unvollständig ist. Bei uns ist die Redirect-Map ein Liefergegenstand mit Abnahme vor dem Go-Live, keine Aufgabe für die Woche danach. Fehlt sie im Angebot, kaufen Sie einen Neubau und tragen das Umzugsrisiko selbst.

Definition

Sichtbarkeits-Baseline
Eingefrorener Vergleichsstand vor dem Go-Live: definierte Metriken zu einem definierten Stichtag, schriftlich festgehalten. Bei uns sind das die Top-100-URLs nach organischen Klicks, die Zahl der indexierten Seiten, der Sichtbarkeitsindex, der Backlink-Bestand und die Conversion-Rate der letzten sechs Monate. Ohne Baseline ist jede Diskussion nach dem Go-Live eine Meinungsfrage: Niemand kann belegen, ob ein Rückgang aus der Migration stammt, aus der Saison oder aus einem Google-Update. Mit Baseline wird aus Streit eine Rechnung.

Warum das mehr ist als Vokabular, zeigt der einzige öffentlich dokumentierte deutsche Relaunch-Schaden dieser Größenordnung — ein Fall aus dem Jahr 2020. Nach dem Relaunch von frankfurt.de verlor die Seite laut SISTRIX (Analyse vom 09.03.2020) knapp 50 Prozent ihrer Sichtbarkeit, mobil rund 46 Prozent, bei 1,4 Millionen Euro Projektkosten. Die Ursache war kein Designfehler und kein Content-Problem: Weiterleitungen wurden als 302 statt als 301 ausgeliefert, und alte /sixcms/-URLs liefen ins Leere. Beides steht auf jeder Prüfliste, die vor dem Go-Live abgearbeitet wird — und auf keiner, die erst danach entsteht. Welches System am Ende hinter Ihrer Website steht, entscheiden wir vorher und getrennt vom Projekt in der CMS-Beratung. Unsere Zieltechnologie ist Next.js mit Sanity als Headless-CMS, aber die Systemwahl folgt Ihren Anforderungen, nicht unserem Portfolio.

Vier Wege, die alle „Relaunch“ heißen — und völlig verschieden riskant sind

„Relaunch“ ist kein Projekttyp, sondern ein Sammelbegriff für vier Vorhaben mit unterschiedlichem Aufwand, unterschiedlichem Risiko und unterschiedlicher Erholungsdauer. Wer sie nicht trennt, vergleicht Angebote, die verschiedene Dinge beschreiben. Die Zeilen sind nach steigendem Risiko sortiert. Belastbare Felddaten zur Erholungsdauer existieren ausschließlich für die letzte Zeile — und deshalb steht in den anderen Zeilen eine Planungsannahme und keine Statistik.

Iteration am Bestand

Aufwand
Kein Projektbudget, laufender Retainer statt Einmalinvestition, jederzeit abschaltbar
Risiko für Rankings
Praktisch keines. URLs bleiben, Rankings bleiben, jede Änderung ist einzeln messbar
Realistische Erholungsdauer
Entfällt — es gibt nichts zu erholen
Wann dieser Weg gewinnt
Informationsarchitektur und Technik tragen noch. Das Problem heißt Inhalte, Ladezeit oder Conversion, nicht Struktur

Redesign auf gleicher URL-Struktur

Aufwand
Neues Frontend und CMS, alte URLs bleiben unverändert. Ab 9.000 €, mit Integrationen ab 24.000 €
Risiko für Rankings
Gering. Ohne URL-Änderung entfällt der größte Risikoblock. Übrig bleiben Templates, interne Verlinkung, strukturierte Daten, Ladezeit
Realistische Erholungsdauer
Wochen. Ausreißer entstehen fast immer dadurch, dass doch einzelne URLs geändert wurden
Wann dieser Weg gewinnt
Die Struktur ist richtig, Erscheinungsbild und Stack sind es nicht. Der häufigste Fall im Mittelstand

Vollmigration mit neuer URL-Struktur, gleiche Domain

Aufwand
Neue Informationsarchitektur, Content-Inventur, vollständige Redirect-Map. 60.000–150.000 €, bei Konzernstruktur 150.000–250.000 €+
Risiko für Rankings
Erhöht, aber beherrschbar. Google Search Central wertet den Vorgang ausdrücklich als Website-Umzug, auch ohne Domainwechsel. Domain-Historie und Backlink-Bestand bleiben erhalten
Realistische Erholungsdauer
Reindexierung in Wochen — Google nennt für kleine bis mittlere Websites „a few weeks“. Die Rückkehr auf das Vorher-Niveau planen wir mit einem Quartal, nicht mit zwei Wochen
Wann dieser Weg gewinnt
Die Struktur selbst ist das Problem: gewachsene Navigation, Dubletten, Seiten, die niemand mehr verantwortet

Domain-Wechsel

Aufwand
Vollmigration plus Adressänderung, Backlink-Nachverfolgung, doppelte Property-Führung. Aufschlag auf die Vollmigration
Risiko für Rankings
Deutlich höher als bei allen anderen Wegen — und der einzige Fall mit belastbarer Feldstatistik
Realistische Erholungsdauer
SALT.agency wertete 2026 1.052 Domain-zu-Domain-Migrationen aus (eigene Projekte plus aus der SEO-Community zusammengetragene Fälle): Median 304 Tage bis zur Traffic-Erholung, Mittelwert 489 Tage. Als erholt gilt dort der Monat, in dem der organische Traffic das Vor-Migrations-Niveau wieder erreicht. 22,8 % schafften das binnen 90 Tagen, 27,8 % binnen 120 Tagen, 13,9 % innerhalb von drei Jahren nie. Diese Zahlen gelten ausschließlich für den Domainwechsel und beschreiben weder die Zeilen darüber noch „den Relaunch“ allgemein
Wann dieser Weg gewinnt
Nur wenn ein Grund außerhalb des Marketings ihn erzwingt: Umfirmierung, Fusion, Markenrecht, Verkauf. Ein neues Corporate Design ist kein solcher Grund

Die häufigste ehrliche Antwort auf ein Relaunch-Briefing ist Zeile 1. Warum kontinuierliche Arbeit am Bestand in den meisten Fällen mehr bringt als ein Big-Bang-Projekt, haben wir ausführlich aufgeschrieben: Warum eine Website nie fertig ist. Zeile 2 und 3 sind die Fälle, in denen wir gebraucht werden — dort steht die Bestandsarbeit im Vertrag statt im Kleingedruckten. Gibt es gar keinen Bestand, weil Sie zum ersten Mal eine ernsthafte Firmenpräsenz aufbauen, führt der Weg auf die Seite zum Neubau einer B2B-Website. Und bevor Sie einen Termin für den Go-Live festlegen: So timen Sie Ihr Website-Projekt realistisch — beim Relaunch kommen Bestandsaufnahme davor und Messnachlauf danach obendrauf.

Was wir beim Relaunch tatsächlich liefern

Drei Arbeitsblöcke, ein Stack. Wie ein Projekt bei uns von der Zusage bis zum Go-Live läuft, steht offen im Prozessbericht [Vom Pitch zum Go-Live in 90 Tagen](/de/blog/vom-pitch-zum-go-live-in-90-tagen) — beim Relaunch kommen die Migrationsphasen aus Block 1 und Block 3 obendrauf, das ist kein 90-Tage-Projekt mehr. Stellt sich im Bestandsgespräch heraus, dass Sie gar keine Website ablösen, sondern eine Anwendung brauchen, geht es auf [Individualsoftware](/de/individualsoftware) oder [Web-App entwickeln lassen](/de/web-app-entwickeln-lassen) weiter.

Block 1: Inventur und Migrationsplan

ab 4.000 €

je nach Bestand, auch einzeln beauftragbar

Sie wissen, was da ist, bevor gestaltet wird, auch wenn den Relaunch später jemand anderes baut.

  • URL-Inventar

    Aus Crawl, Search Console und Logfiles: was rankt, was extern verlinkt ist.

  • Content-Inventur

    Für jede Seite: behalten, zusammenlegen, neu schreiben oder löschen.

  • Redirect-Map

    Jede alte URL genau einer neuen zugeordnet, als prüfbare Datei.

  • Ausgangswerte zum Stichtag

    Top-100-URLs, indexierte Seiten, Backlinks und Conversion-Rate.

  • Backlink-Prüfung

    Welche fremden Domains auf URLs verlinken, die wegfallen sollen.

  • Risikoeinstufung

    Welcher der vier Relaunch-Wege passt, bis hin zur Empfehlung, es zu lassen.

Block 2: Neubau mit Bestandsübernahme

ab 9.000 €

kleine Website; mit Integrationen ab 24.000 €

Ihre Inhalte, URLs und Redaktionsprozesse ziehen mit auf Next.js und ein Headless-CMS um.

  • Neue Informationsarchitektur

    Auf Basis der Content-Inventur, nicht des alten Menüs.

  • Design und Umsetzung

    Mit Next.js und Sanity, nur durch Senior-Entwickler.

  • Umzug aus WordPress oder TYPO3

    Inklusive der Medien-URLs unter /wp-content/uploads/.

  • Redaktionsablauf und Schulung

    Vor dem Go-Live, nicht in der Woche danach.

  • Klare Abnahmekriterien

    Core Web Vitals und die abgenommene Redirect-Map.

  • Der Quellcode gehört Ihnen

    Repository-Zugang ab dem ersten Tag, Nutzungsrechte exklusiv im Vertrag.

Block 3: Go-Live und Nachlauf

Ihr Go-Live ist kein Datum, sondern eine Prüfliste plus ein Messkalender.

  • Prüfliste vor dem Go-Live

    noindex entfernt, robots.txt, Canonicals, Sitemap und hreflang geprüft.

  • Redirect-Test gegen das URL-Inventar

    301 statt 302, keine Ketten, keine Sammelweiterleitung auf die Startseite.

  • Analytics und Search Console

    Ihre Messdaten laufen lückenlos weiter, auch bei einem Domainwechsel.

  • Feste Messpunkte

    An Tag 7, 30, 90 und 180 gegen die Ausgangswerte, jeweils mit Termin.

  • Rollback- und Eskalationskriterium

    Schriftlich festgelegt, bevor die Seite live geht.

  • Nachbesserung ohne Zusatzrechnung

    An Weiterleitungen und Indexierung im ersten Quartal.

Alle Preise netto, Stand Oktober 2026.

Was kostet ein Website-Relaunch?

Die kurze Antwort, die in dieser Branche selten jemand ausspricht: Ein Relaunch ist nicht günstiger als ein Neubau. Er ist ein Neubau plus Bestandsarbeit. Deshalb sind die Rahmen in der Tabelle unten dieselben, die wir für einen Neubau ohne Bestand veröffentlichen — die Migration kommt als Anteil obendrauf, nicht als Rabatt darunter. Wer Ihnen einen Relaunch billiger anbietet als einen Neubau, hat den Umzug entweder nicht kalkuliert oder nicht vor. Wir staffeln nach Relaunch-Typ statt nach Unternehmensgröße, weil der Typ das Risiko bestimmt und das Risiko die Arbeit — und wir weisen den Anteil der SEO-Migration getrennt aus, damit die unsichtbare Arbeit verhandelbar wird.

Bestandsaufnahme und Migrationsplan

Was darin steckt
URL-Inventar, Content-Inventur, Redirect-Map, Baseline, Wegempfehlung — einzeln beauftragbar
Anteil SEO-Migration
ist das Ergebnis
Preisrahmen
ab 4.000 €

Redesign auf gleicher URL-Struktur

Was darin steckt
Neues Frontend und Headless-CMS, alte URLs bleiben unverändert bestehen
Anteil SEO-Migration
rund 5 %
Preisrahmen
ab 9.000 €, mit Integrationen ab 24.000 €

Vollmigration mit neuer URL-Struktur

Was darin steckt
Neue Informationsarchitektur, Content-Migration, vollständige Redirect-Map, Go-Live-Gate
Anteil SEO-Migration
10–15 %
Preisrahmen
60.000–150.000 €

Konzern-Relaunch, mehrere Marken oder Sprachen

Was darin steckt
Multi-Site, hreflang-Kontinuität, Governance und Freigabeprozesse, gestaffelte Go-Lives
Anteil SEO-Migration
15–20 %
Preisrahmen
150.000–250.000 €+

Domain-Wechsel als Aufschlag

Was darin steckt
Adressänderung, Backlink-Nachverfolgung, doppelte Property-Führung, verlängerter Messnachlauf
Anteil SEO-Migration
zusätzlicher Block
Preisrahmen
auf die Vollmigration aufschlagend

Iteration statt Relaunch

Was darin steckt
Laufende Arbeit am Bestand: Inhalte, Ladezeit, Conversion — kein Migrationsrisiko
Anteil SEO-Migration
entfällt
Preisrahmen
4.000–12.000 € / Monat

Betrieb nach dem Go-Live

Was darin steckt
Hosting und Monitoring, hochverfügbar mit Redundanz und SLA
Anteil SEO-Migration
–
Preisrahmen
20–50 € / Monat, hochverfügbar 150–400 €
Alle Preise netto, Stand August 2026. Der ausgewiesene Anteil der SEO-Migration ist unsere eigene Kalkulationsgrundlage aus abgeschlossenen Projekten und kein Branchenwert; im Angebot steht er als eigene Position und ist damit prüfbar und verhandelbar. Was ein Neubau ohne Bestand kostet, rechnen wir getrennt vor: [Was ein Neubau kostet](/de/blog/was-kostet-eine-unternehmenswebsite-2026).

Wer an Ihrem Projekt arbeitet

Unser Berliner Senior-Team, vom ersten Entwurf bis zum Betrieb. Sie sprechen direkt mit denen, die Ihren Code schreiben.

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FAQ

Häufige Fragen zum Website-Relaunch

Eine reine Bestandsaufnahme mit Redirect-Map und Baseline beginnt bei 4.000 €. Ein Redesign auf gleicher URL-Struktur beginnt bei 9.000 € für eine kleine Website und bei 24.000 € für eine große KMU-Website mit Integrationen, eine Vollmigration mit neuer Informationsarchitektur zwischen 60.000 und 150.000 €. Konzern-Relaunches mit mehreren Marken und Sprachen liegen bei 150.000–250.000 € und darüber. Es sind dieselben Rahmen, die wir für einen Neubau ohne Bestand veröffentlichen — beim Relaunch kommt der Migrationsanteil obendrauf, und der steht im Angebot als eigene Position.

Nein. Ein Relaunch ist ein Neubau plus Bestandsarbeit: URL-Inventar, Content-Inventur, Redirect-Map, Datenmigration aus dem Altsystem, Parallelbetrieb, Abschaltung des Altsystems, Schulung der Redaktion. Wer Ihnen einen Relaunch billiger anbietet als einen Neubau, hat die Migration entweder nicht kalkuliert oder nicht vor. Die einzige Konstellation, in der ein Relaunch tatsächlich günstiger wird, ist ein Redesign auf gleicher URL-Struktur — dort entfällt der größte Risiko- und Arbeitsblock.

Wir sagen zu: die Vollständigkeit der Redirect-Map gegen das gemeinsam abgenommene URL-Inventar, die Baseline vor dem Go-Live, die vereinbarten Messpunkte danach und die Nachbesserung an Weiterleitungen und Indexierung ohne Zusatzrechnung im ersten Quartal. Wir sagen keine Ranking-Positionen zu. Das kann niemand, und Google Search Central schreibt in der Dokumentation zu Website-Umzügen ausdrücklich, dass während des Umzugs mit vorübergehenden Ranking-Schwankungen zu rechnen ist. Eine Agentur, die Ihnen null Rankingverlust vertraglich zusichert, verspricht etwas, das außerhalb ihrer Kontrolle liegt.

Deutlich, und das ist die wichtigste Unterscheidung im ganzen Thema. Bleibt die Domain und ändert sich nur die URL-Struktur, behalten Sie Domain-Historie und Backlink-Bestand; Google wertet den Vorgang zwar ebenfalls als Website-Umzug, aber die Erholung planen wir mit einem Quartal. Beim Domain-zu-Domain-Wechsel sieht die Datenlage anders aus: SALT.agency wertete 2026 1.052 Domain-Migrationen aus und maß einen Median von 304 Tagen bis zur Traffic-Erholung, im Mittel 489 Tage; 13,9 % erreichten das alte Niveau innerhalb von drei Jahren nie. Diese Zahlen stammen ausschließlich aus Domainwechseln und lassen sich nicht auf Relaunches unter gleicher Domain übertragen.

Backlinks zeigen auf konkrete alte URLs, nicht auf Ihre Website im Allgemeinen. In der Bestandsaufnahme prüfen wir deshalb, welche verweisenden Domains auf welche URLs zeigen, und markieren jede dieser URLs in der Redirect-Map als besonders schützenswert. Verweise auf Seiten, die im neuen Konzept wegfallen, bekommen ein thematisch passendes Ziel statt einer Weiterleitung auf die Startseite — die behandelt Google laut eigener Dokumentation in der Regel als Soft 404. Bei den wichtigsten verweisenden Domains lohnt sich zusätzlich die direkte Bitte um Anpassung des Links: Eine Weiterleitung ist gut, ein direkter Link ist besser.

Bleibt die Domain, bleiben Ihre GA4- und Search-Console-Daten grundsätzlich vergleichbar. Trotzdem ändern sich mit neuen URLs die Seitenpfade, wodurch Vorher-Nachher-Berichte auf Seitenebene ohne Vorbereitung auseinanderfallen. Wir setzen deshalb vor dem Go-Live eine Annotation zum Stichtag, dokumentieren die alten Seitenpfade neben den neuen und behalten die Zielvorhaben in identischer Definition bei. Bei einem Domainwechsel kommt eine neue Search-Console-Property plus Adressänderung dazu — die alte Property behalten wir mindestens ein Jahr aktiv, weil sie die Indexierungsdaten der Altdomain liefert und weil die Weiterleitungen ohnehin mindestens so lange stehen bleiben müssen.

Ja, und er wird vor dem Go-Live schriftlich festgelegt, nicht im Krisenfall improvisiert. Wir vereinbaren ein konkretes Kriterium — etwa eine Abweichung der organischen Klicks gegen die Baseline über einen definierten Zeitraum hinweg — sowie den Zeitpunkt, an dem eskaliert wird. Das Altsystem bleibt nach dem Go-Live für einen vereinbarten Zeitraum lauffähig, aber per noindex und Zugriffsschutz aus dem Index gehalten. In den meisten Fällen ist der richtige Schritt kein Rollback, sondern eine gezielte Korrektur an Weiterleitungen oder Indexierung; dafür existieren die festen Messpunkte.

Ihnen. Sie erhalten von Tag eins Zugang zum Repository, und wir übertragen die ausschließlichen Nutzungsrechte am Projektcode vertraglich. Das ist keine Nebensächlichkeit: Ein häufiger Auslöser für einen Relaunch ist der Lock-in beim vorherigen Dienstleister — ein System, das nur er warten kann, oder Code, an den Sie nicht herankommen. Wer diesen Lock-in beim Relaunch nicht auflöst, kauft ihn in neuer Farbe zurück.

Beides gehört zu den Punkten, die regelmäßig übersehen werden. Medien-URLs aus WordPress liegen unter /wp-content/uploads/ und verschwinden beim Wechsel auf ein Headless-CMS ersatzlos — sie werden im Text verlinkt, teilweise extern eingebunden und ranken in der Bildersuche. Wir nehmen sie deshalb ins URL-Inventar auf und leiten sie mit weiter. Bei mehrsprachigen Websites ändert sich mit der URL-Struktur zwangsläufig die hreflang-Auszeichnung; die Sprachverknüpfungen werden vor dem Go-Live vollständig neu aufgebaut und gegen das Inventar geprüft, weil eine gebrochene hreflang-Kette die falsche Sprachversion in den Suchergebnissen sichtbar macht.

Der Bau selbst entspricht einem Neubau und liegt je nach Umfang zwischen rund 90 Tagen und einem halben Jahr. Beim Relaunch kommen zwei Blöcke dazu, die sich nicht wegplanen lassen: die Bestandsaufnahme davor mit typischerweise zwei bis vier Wochen und der Messnachlauf danach über 180 Tage. Der häufigste Verzögerungsfaktor ist aber keiner von beiden, sondern die Content-Inventur. Zu entscheiden, welche 300 Bestandsseiten bleiben, zusammengelegt oder gelöscht werden, ist eine Entscheidung Ihres Hauses und keine Leistung, die eine Agentur allein erbringen kann.

In drei Fällen. Erstens, wenn Informationsarchitektur und Technik noch tragen: Wenn Ihre wichtigsten Seiten ranken, die Navigation verstanden wird, die Redaktion selbstständig arbeiten kann und kein Support-Ende zum Systemwechsel zwingt, haben Sie ein Inhalts- oder Ladezeitproblem — dafür gibt es Iteration am Bestand, messbar pro Änderung und ohne Migrationsrisiko. Zweitens, wenn der Relaunch fehlende Redaktionskapazität ersetzen soll: Wer heute keine Inhalte pflegt, pflegt sie auf einem neuen System auch nicht. Drittens beim Domainwechsel ohne zwingenden Grund — Umfirmierung, Fusion oder Markenrecht sind Gründe, ein neues Corporate Design ist keiner. Wir sagen das im Erstgespräch, auch wenn ein Retainer weniger Umsatz bringt als ein Projekt, und lieber vorher als im dritten Monat nach dem Go-Live.

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