Die kurze Antwort: unsere Preisspannen vorab
«Was müssen wir für unsere Website budgetieren?» Diese Frage steht am Anfang fast jedes Erstgesprächs mit SaaS-Teams. Die ehrliche Antwort ist keine Zahl, sondern eine Spanne: Der Preis hängt an fünf Stellschrauben, die du selbst einstellst. Vorab die Übersicht aus unseren Projekten der letzten Jahre.
| Ausbaustufe | Einmalig | Laufend pro Monat (inkl. Pflege) |
|---|---|---|
| Seed-Startup: 5–7 Seiten, eine Sprache | 8.000–15.000 € | 20–300 € |
| Wachsendes SaaS: CMS, Blog, Landingpages | 18.000–35.000 € | 250–700 € |
| Enterprise-Auftritt: Trust Center, Integrationen, zweisprachig | 40.000–80.000 € | 600–1.500 € |
Wichtig zur Einordnung: Das sind Nettopreise und Erfahrungswerte aus happycoding-Projekten mit dem Stack Next.js, Sanity und Vercel. Keine Marktstudie, keine Durchschnittswerte fremder Agenturen. Ein Freelancer kann darunter liegen, eine Großagentur deutlich darüber. Was eine SaaS-Website inhaltlich leisten muss, habe ich im Leitfaden zur SaaS-Website aufgeschrieben. Hier geht es ums Geld.
Die drei Stufen sind keine Preisliste, sondern Ausbaupfade: Fast jedes Projekt startet links und wandert mit dem Unternehmen nach rechts. Entscheidend ist, die Stufen in der richtigen Reihenfolge zu bezahlen, statt alles auf einmal zu bestellen. Warum, zeigen die folgenden Abschnitte.
Was den Preis treibt: fünf Stellschrauben
Bevor wir rechnen, die Preistreiber im Einzelnen. An jeder dieser Stellschrauben kannst du bewusst drehen — nach oben wie nach unten. Wer sie kennt, verhandelt mit jeder Agentur auf Augenhöhe.
Seitenumfang
Eine SaaS-Website braucht zum Start erstaunlich wenige Seiten: Startseite, Produktseite, Preisseite, Über-uns, Kontakt, dazu Impressum und Datenschutz. Jede weitere Seite kostet Konzept, Text, Design und Umsetzung. Feature-Unterseiten, Use-Case-Seiten und Vergleichsseiten sind Wachstumsinstrumente, kein Pflichtprogramm zum Launch. Als Faustregel aus unseren Projekten: Jede zusätzliche individuell gestaltete Seite kostet 800–2.000 €, eine Seite aus bestehender CMS-Vorlage nur einen Bruchteil davon.
Eine Seite verdient besondere Sorgfalt: die Preisseite. Sie ist meist die letzte Station vor Trial oder Demo-Anfrage und entscheidet über die Conversion. Wie du sie aufbaust, zeige ich im Artikel zur SaaS-Pricing-Page.
Design-Anspruch
Die Spanne reicht vom angepassten Template bis zum eigenen Design-System. Ein template-nahes Design mit deinem Branding kostet in unseren Projekten 2.500–5.000 €. Eine eigene Design-Sprache mit Illustrationen, inszenierten Produkt-Screenshots und Animationen liegt bei 8.000–20.000 €. Enterprise-Käufer erwarten Letzteres: Sie schließen von der Website auf die Reife des Produkts.
CMS oder statische Seiten
Ohne CMS ändert nur ein Entwickler Inhalte. Das ist zum Start in Ordnung, wird aber teuer, sobald Marketing wöchentlich publizieren will. Ein Headless CMS wie Sanity kostet in unseren Projekten einmalig 3.000–8.000 € zusätzliche Umsetzung, macht dein Team danach aber unabhängig. Was Sanity ist und wie es arbeitet, erkläre ich im Grundlagenartikel Was ist Sanity?.
Integrationen ins Produkt
Hier unterscheidet sich die SaaS-Website von jeder Broschüren-Website. Typische Posten: ein Signup-Flow mit Übergabe an die App, CRM-Anbindung für Demo-Anfragen, Analytics mit sauberer Kampagnen-Attribution, eine Status-Page. Jede Integration kostet aus unserer Erfahrung 1.000–5.000 €, je nach API-Qualität der Gegenseite. Plane sie früh ein: Nachträglich verdrahten ist teurer.
Mehrsprachigkeit
Deutsch plus Englisch verdoppelt die Kosten nicht, erhöht sie aber spürbar: aus Projekterfahrung um 30–50 Prozent. Der Aufwand steckt weniger in der Technik als im Inhalt: Übersetzung, Pflegeprozesse, SEO in zwei Märkten. Starte einsprachig, wenn dein Vertrieb noch in einem Markt lebt. Die technische Vorbereitung über i18n-Routing kostet früh wenig und spart später viel.
Drei Beispielrechnungen aus unseren Projekten
Jetzt konkret: drei typische Konstellationen, jeweils mit offengelegten Annahmen. Abermals gilt: Alle Zahlen sind Netto-Spannen aus unserer eigenen Projekterfahrung als Agentur, kein Marktdurchschnitt.
Beispiel 1: Seed-Startup vor dem Launch
Annahmen: sechs Seiten, eine Sprache, template-nahes Design mit eigenem Branding, kein CMS, Anbindung von Analytics und einem Formular-Tool. So setzt sich die Rechnung zusammen:
- Konzept und Seitenstruktur: 1.000–2.000 €
- Design: 2.500–5.000 €
- Umsetzung mit Next.js: 3.500–6.000 €
- Texte, SEO-Basis, Launch: 1.000–2.000 €
Summe: 8.000–15.000 €. Laufend fallen fast nur Domain und Hosting an. Diese Ausbaustufe trägt bis zu den ersten zahlenden Kunden, und genau so lange soll sie tragen.
Ans obere Ende der Spanne schiebt dich hier vor allem Unentschlossenheit: Jede zusätzliche Feedbackrunde am Design kostet. Ein klares Briefing und eine entscheidungsbefugte Person auf deiner Seite sind die günstigste Sparmaßnahme, die ich kenne.
Beispiel 2: wachsendes SaaS mit CMS und Blog
Annahmen: 12–20 Seiten, individuelle Design-Sprache, Sanity als CMS, ein Blog mit Kategorien, zwei bis drei Landingpage-Vorlagen fürs Marketing, CRM-Anbindung.
- Konzept, Informationsarchitektur, Wireframes: 2.500–5.000 €
- Design-Sprache und Komponenten: 5.000–10.000 €
- Umsetzung inklusive Sanity-Schemas und Vorlagen: 8.000–15.000 €
- Content-Migration, SEO, Integrationen: 2.500–5.000 €
Summe: 18.000–35.000 €. Der größte Hebel ist die Landingpage-Vorlage: Marketing baut damit Kampagnenseiten ohne Entwickler. Jede so gesparte Entwicklerstunde refinanziert das CMS.
Die Spanne erklärt sich in dieser Konstellation meist über den Blog: Übernimmst du bestehende Artikel unverändert, reicht eine Migration. Soll der Blog gleichzeitig neu strukturiert werden, etwa mit Kategorien, Autorenprofilen und Serien, wandert das Projekt Richtung 35.000 €.
Beispiel 3: Enterprise-Auftritt mit Trust Center
Annahmen: über 30 Seiten, Deutsch und Englisch, eigenes Design-System, ein Trust Center mit Seiten zu Sicherheit, Compliance und Datenschutz, dazu Integration von CRM, Signup und Status-Page.
- Strategie, Messaging, Informationsarchitektur: 5.000–10.000 €
- Design-System mit Animationen: 10.000–20.000 €
- Umsetzung, CMS, Mehrsprachigkeit: 18.000–35.000 €
- Trust Center, Integrationen, Qualitätssicherung: 7.000–15.000 €
Summe: 40.000–80.000 €. Das Trust Center ist dabei kein Kostentreiber aus Eitelkeit: Bei Enterprise-Deals fragt der Einkauf nach Sicherheitsnachweisen und Auftragsverarbeitung, bevor der Fachbereich das Produkt überhaupt testet. Wer diese Seiten vorhält, verkürzt den Sales-Zyklus messbar.
Nach oben offen ist die Rechnung bei den Integrationen: Ein sauber dokumentiertes CRM ist in Tagen angebunden, ein historisch gewachsenes Altsystem kann Wochen kosten. Kläre die API-Lage, bevor du das Budget festzurrst.
Versteckte Posten, die in keinem Angebot stehen
Beim Vergleich von Agentur-Angeboten lohnt der Blick auf das, was nicht drinsteht. Fünf Posten tauchen erfahrungsgemäß in kaum einem Angebot auf und treffen dich später trotzdem:
- Texte: der häufigste Projektbremser. Kläre vor Vertragsschluss, wer schreibt — du, die Agentur oder ein Texter. Professionelle Website-Texte kosten aus unserer Erfahrung je nach Umfang 1.500–5.000 € extra.
- Bildmaterial: Produkt-Screenshots müssen inszeniert, beschnitten und in mehreren Auflösungen exportiert werden. Bei 30 Seiten ist das ein eigenes kleines Projekt.
- Rechtliches: Datenschutzerklärung, Cookie-Consent, AV-Verträge mit den eingesetzten Diensten. Die Technik ist schnell eingebaut, die juristische Prüfung zahlst du separat.
- SEO-Migration: Ersetzt die neue Website eine alte, brauchen alle alten URLs Weiterleitungen. Wird das vergessen, verlierst du Rankings, die du über Jahre aufgebaut hast.
- Deine eigene Zeit: Briefings, Feedbackrunden, Freigaben. Rechne intern mit 2–4 Stunden pro Projektwoche, sonst bremst nicht die Agentur, sondern dein Kalender.
Keiner dieser Posten spricht gegen ein günstiges Angebot. Aber ein Angebot, das sie alle verschweigt, ist nicht günstig, sondern unvollständig. Frag bei jedem Posten nach, bevor du unterschreibst: Die Antwort sagt dir viel über die künftige Zusammenarbeit.
Laufende Kosten: Hosting, Lizenzen, Pflege
Die einmaligen Kosten sind nur die halbe Wahrheit. Drei Posten laufen weiter. Zwei davon sind erfreulich klein, der dritte wird gern verschwiegen.
Hosting auf Vercel
Vercel staffelt in drei Pläne: Hobby für 0 USD, Pro für 20 USD pro Teammitglied und Monat, Enterprise auf Anfrage (Stand: 22. September 2026, laut Vercel-Preisseite). Wichtig: Der Hobby-Plan ist laut Vercels Fair-Use-Richtlinie auf nicht-kommerzielle Nutzung beschränkt. Für ein SaaS brauchst du also Pro.
Pro enthält 1 TB Datentransfer pro Monat, darüber werden 0,15 USD pro GB fällig. Für eine B2B-Website mit fünfstelligen Besucherzahlen bleibt es in der Praxis fast immer bei der Grundgebühr. Ausreißer entstehen durch unoptimierte Videos, selten durch Traffic.
CMS-Lizenz: Sanity
Sanity kennt drei Pläne (Stand: 22. September 2026, laut Sanity-Preisseite): Free für 0 USD mit 20 Nutzerplätzen, 10.000 Dokumenten, 100 GB Asset-Speicher und 100 GB Bandbreite pro Monat. Growth für 15 USD pro Platz und Monat, unter anderem mit privaten Datasets und 25.000 Dokumenten. Enterprise mit individueller Kalkulation.
Meine Erfahrung: Der Free-Plan trägt die meisten SaaS-Websites erstaunlich lange. Wechselgründe sind selten die Quoten, sondern Funktionen wie private Datasets oder geplante Veröffentlichungen. Rechne für Hosting plus CMS zusammen mit rund 20 bis 100 € im Monat, solange dein Team klein ist.
Pflege und Weiterentwicklung
Der ehrlichste Posten ist der unbequemste: Eine Website ohne Pflege veraltet. Screenshots zeigen die alte Produktversion, Preise stimmen nicht mehr, Abhängigkeiten wollen Updates. Aus unseren Projekten: 2–8 Stunden pro Monat, je nach Publikationsfrequenz. Bei Stundensätzen von 100–140 € sind das 200–1.120 € monatlich; eine Wartungspauschale kommt meist günstiger.
Zusammengerechnet heißt das für die mittlere Ausbaustufe: rund 20–40 € für Hosting und Domain, 0–45 USD für Sanity bei bis zu drei Redakteursplätzen, dazu der Pflegeaufwand. Realistisch landest du bei 250–700 € im Monat. Auffällig dabei: Die Software ist der kleinste Posten. Du bezahlst beim Betrieb vor allem Menschen, nicht Server.
Wo du sparen kannst — und wo besser nicht
Zum Schluss der Budgetplanung die Frage aller Fragen: Wo darfst du kürzen? Meine Antwort nach etlichen SaaS-Projekten fällt eindeutig aus, und zwar in beide Richtungen. Drei Posten verkraften den Rotstift gut:
- Seitenumfang: Starte mit sechs starken Seiten und baue nach Traktion aus. Ein CMS macht Erweiterungen günstig.
- Illustrationen und Fotografie: Gute Produkt-Screenshots schlagen teure Custom-Illustrationen, gerade in der frühen Phase.
- Sonderformate: Interaktive Rechner, aufwendige Animationen und Videoproduktionen kannst du nachrüsten, sobald die Basis konvertiert.
An drei Stellen rächt sich Sparen dagegen zuverlässig. Bei Positionierung und Texten: Die schönste Website mit austauschbarer Botschaft konvertiert nicht. Bei der Preisseite: Dort fällt die Kaufentscheidung. Und beim technischen Fundament: Ladezeit und sauberes SEO trägst du jahrelang mit dir herum, im Guten wie im Schlechten.
Ein Sonderfall: Du hast schon eine Website, und sie trägt nicht mehr. Dann ist selten ein Neubau auf der grünen Wiese nötig. Was ein strukturierter Relaunch kostet und wann er sich lohnt, liest du auf unserer Seite zum Website-Relaunch.
SaaS-Website und Unternehmenswebsite: der Unterschied im Budget
Vielleicht fragst du dich, warum diese Zahlen über dem liegen, was du für eine klassische Unternehmenswebsite kennst. Drei Gründe: Die SaaS-Website muss verkaufen statt repräsentieren, sie ist an dein Produkt angebunden, und sie wird deutlich häufiger bespielt. Preisseite, Signup-Integration und Landingpage-Maschine gibt es bei der Broschüren-Website schlicht nicht. Dazu kommt der Takt: Eine SaaS-Website ist ein Werkzeug im Wochenbetrieb, keine Visitenkarte fürs Jahr.
Umgekehrt gilt: Nicht jedes Software-Unternehmen braucht sofort die große Ausbaustufe. Verkaufst du erklärungsbedürftige Software ausschließlich über Vertrieb und Messen, arbeitet deine Website eher wie eine Unternehmenswebsite mit gutem Anzug. Ehrlich geplant sparst du dir dann Signup-Flow und Landingpage-Maschine fürs Erste. Aufrüsten kannst du später immer noch.
Budgetierst du eine klassische Firmenwebsite, etwa für eine Beratung oder einen Mittelständler ohne Software-Produkt, gelten andere Spannen. Die habe ich im Ratgeber Was kostet eine Unternehmenswebsite? aufgeschlüsselt.
Nächste Schritte
Mein Rat für dein Budget: Definiere zuerst, was die Website in zwölf Monaten leisten soll. Trials, Demo-Anfragen, Sichtbarkeit in einem neuen Markt? Daraus ergeben sich Ausbaustufe und Budget fast von selbst — und du bezahlst nicht für Ausbau, den du noch nicht brauchst.
Als Website-Agentur für B2B- und SaaS-Unternehmen bauen wir genau solche Websites: Next.js, Sanity, Vercel, mit klarer Kostenstruktur statt Überraschungen. Willst du wissen, wo dein Projekt in diesen Spannen landet? Dann buch dir ein kostenloses Erstgespräch: 30 Minuten, danach hast du eine belastbare Hausnummer.
